Hanf – der natürliche ‚Tausendsassa‘

Nutzhanf oder Industriehanf umfasst alle Sorten des Hanfs (Gattung Cannabis).

Hanfpflanze

Wunderpflanze Hanf

Bis 1820 wurden 80% der Textilwaren aus Hanf hergestellt. Bis 1883 wurden zwischen 75 und 90% des weltweit produzierten Papiers mit Hanffaser hergestellt: Die Encyclopedia Britannica, die Gutenberg Bibel, die Amerikanische Unabhängigkeitserklärung, Papiergeld, Wertpapiere, Zeitungen, usw. wurden auf Hanfpapier gedruckt.

Bis 1937 wurden zwischen 70 und 90% aller Seile, aller Schnüre und allen Tauwerks aus Hanf hergestellt. Jahrtausendelang wurden praktisch alle guten Farben und Lacke mit Hanföl und/oder Leinöl hergestellt. Der erste Ford-T konnte mit Hanföl fahren und wurde aus Hanfkunststoff hergestellt, der zehnmal stärker als Stahl ist! Bis in unser Jahrhundert hinein wurden Hanfsamen überall auf der Welt als Nahrungsmittel für Brei und Suppen verwendet. Bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts war Hanföl das in den USA und der Welt am häufigsten verwendete Leuchtöl.

Hanfseil

Das Ende des legalen Hanfanbaus

Als Mitte der dreißiger Jahre mechanische Hanfschälmaschinen und Maschinen zur Konservierung der zellullosereichen Hanfzellmasse in technisch ausgereifter Form und zu erschwinglichen Preisen verfügbar wurden, drohten nahezu allen großen Holz-, Papier- und Zeitungsunternehmen milliardenschwere Verluste, wenn nicht gar der Bankrott.

Zufällig hatte der Konzern DuPont im Jahre 1937 sowohl Verfahren zur Herstellung von Plastik aus Öl und Kohle als auch neue Sulfat/Sulfitverfahren zur Papier-herstellung aus Holzzellmasse patentieren lassen, welche den unternehmens-eigenen Archiven wie auch den Erkenntnissen von Historikern zufolge, über 80% seiner gesamten Produktion in den nächsten 50 Jahren ausmachen sollten. Wäre der Hanfanbau daher nicht verboten worden, hätte DuPont 80% seiner Geschäfte nicht gemacht.

Zahlreiche geheime Treffen wurden abgehalten. 1931 ernannte Mellon in seiner Funktion als Hoovers Finanzminister den zukünftigen Mann seiner Nichte, Harry J. Anslinger zum Leiter der gerade umorganisierten staatlichen Rauschgift- und Drogenbehörde (Federal Bureau of Narcotics and Dangerous Drugs). Anslinger saß 31 Jahre lang auf diesem Posten. Die Industriemagnaten und ihre Kapitalgeber wussten, dass Maschinen zum Mähen, Bündeln, Schälen und zur Verarbeitung von Hanf zu Papier und Plastik Mitte der dreißiger Jahre verfügbar sein würden. Cannabis musste also verschwinden.

Der Chefberater des Finanzministeriums begann nun seine Hanfbesteuerungs-Propaganda und das Finanzministerium brachte am 14. April 1937 seinen Entwurf für das „Marihuanasteuergesetz“ ein. Auf den wahren Zweck des Marihuana-steuergesetzes spielte Matt Rens von der Rens Hemp Company anlässlich der Senatsanhörung des Jahres 1937 an. „Eine solche Steuer würde alle Kleinbetriebe aus dem Hanfanbaugeschäft werfen, und der Anteil der Kleinbetriebe ist beträchtlich. Der wahre Zweck dieses Gesetzesentwurfs ist doch nicht der, Geld aufzubringen, oder?“

Die Hanfprohibition – oder wie Anslinger sein Gesetz bekam

Bei den Aussagen, die 1937 vor dem Kongress zugunsten des Hanfverbots gemacht wurden, handelte es sich in der Mehrzahl um reißerische und rassistische Artikel aus den Boulevardblättern, die den Kongressabgeordneten von Harry J. Anslinger dem Leiter des Federal Bureau of Narcotics vorgelesen wurden.
1937 gab Anslinger vor dem Kongress folgende Erklärung ab: “Marihuana ist die gewalterzeugendste Droge in der Geschichte der Menschheit.“ Die Statistiken des FBI, die Anslinger hätte einsehen können, zeigten, dass mindestens 65 bis 75% aller Morde in den USA unter dem Einfluss von Alkohol verübt wurden. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Nachdem Harry J. Anslingers Behauptung, Marihuana mache gewalttätig, durch die Forschungsergebnisse des „New York City LaGuardia Marijuana Report“ ad absurdum geführt worden war, eröffnete Anslinger eine Hetzkampagne nach der anderen gegen Bürgermeister LaGuardia, die Medizinische Akademie von New York und deren Ärzte und Ärztinnen, die die Forschungsarbeiten für den Bericht geleistet hatten. Er erklärte, diese Ärzte würden im Gefängnis landen, sollten sie je wieder ohne seine persönliche Genehmigung Experimente mit oder Forschungsarbeiten über Marihuana durchführen!

Kommunistenhetze als Mittel zum Zweck

Zwischen 1948 und 1959 unterließ es Anslinger, die Presse mit Schauergeschichten über die brutalisierende Wirkung von Marihuana zu füttern, und bediente sich stattdessen der allgemeinen Kommunistenhetze. Nun erfuhr die geschockte Öffentlichkeit, dass Marihuana eine noch gefährlichere Droge sei, als ursprünglich angenommen.

1948 behauptete Anslinger vor dem zutiefst antikommunistisch gesonnenen Kongress und später in der Presse, der Genuss von Marihuana mache die Menschen so friedlich und pazifistisch dass dieses Rauschgift von den Kommunisten dazu benutzt werden könne und auch würde, die Kampfmoral der amerikanischen Armee zu schwächen. Dies war ganz klar eine Kehrtwende um 180 Grad gegenüber dem ursprünglichen Vorwand, unter dem man das „gewalterzeugende“ Marihuanas 1937 verboten hatte.

Einhellig stimmte der Kongress nun für die Beibehaltung des Marihuanaverbotes und begründete dies mit dem genauen Gegenteil (!) der ursprünglich vorgebrachten Behauptungen. Immer wieder war davon die Rede, dass die Kommunisten Marihuana an junge Amerikaner verkauften, um deren Kampfbereitschaft zu untergraben.

Typischerweise schenkte die Presse diesem vorgeblichen Zusammenhang zwischen Pot und Pazifismus während der folgenden zehn Jahre soviel Aufmerksamkeit, dass schließlich Russland, China und die kommunistischen Länder des Ostblocks (wo Cannabis in großen Mengen angebaut wurde) den Marihuanakonsum unter Strafe stellten, weil sie befürchteten, die Kampfbereitschaft ihrer Soldaten könne mit Hilfe dieses Stoffs von den Amerikanern unterwandert werden. Das war mehr als merkwürdig, denn in Russland, Osteuropa und China war Cannabis über Jahrhunderte, ja Jahrtausende als Arzneimittel, Beruhigungs- und Stärkungsmittel angebaut und genutzt worden, und niemandem war auch nur der Gedanke gekommen, ein Gesetz gegen Marihuana zu erlassen!

Seit über 50 Jahren wachsen nun die Menschen mit Anslingers Märchen über dieses Wunderkraut auf und haben seine erfundenen Thesen verinnerlicht – erst das Märchen von der Gewaltbereitschaft, dann das genaue Gegenteil: Der Verlust des Kampfgeistes der Truppen.

Wir sehen hier also die Macht der Propaganda. Mit der Verbreitung der richtigen „Geschichten“ wurde gegen jede Vernunft und Erfahrung eine Pflanze verboten, die von den Menschen seit Generationen als ‚Tausendsassa‘ genutzt wurde.


Mehr Wissenswertes über Hanf

Hanf ist ab der Saat in etwa 12-16 Wochen ausgewachsen. 1 Hektar produziert die gleiche Menge Papier wie 4 Hektar Wald. Aus Hanf kann auch Kleidung, abbaubares Plastik, gesunde Nahrung, Medizin und Baumaterial hergestellt werden. Selbst sog. Superkondensatoren können aus der Pflanze hergestellt werden. Der elektrische Wirkungsgrad von Hanf-basierten Superkondensatoren ist bis zu 200% höher, als bei Kondensatoren aus herkömmlichen Materialien. Weiterhin denkbar ist der Einsatz von Hanf damit auch in der Halbleitertechnik und bei der Herstellung von Akkus.

Hanfaccu

Quelle: „Die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf“, Jack Herer & Mathias Bröckers

ddbnews Christian