China – Experiment der NWO

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Drei Beispiele zeigen in wieweit die NWO in China bereits Fuß gefasst hat. Man stelle sich jetzt noch bargeldlosen Zahlungsverkehr  dazu vor. In welcher nötigenden und / oder erpesserischen Abhängigkeit man dann geraten kann ist unvorstellbar!  Die Frage, die wir uns nun zu stellen haben ist, wollen wir so etwas zulassen und was werden wir dagegen tun! Die Chinesen gelten als besonders folgsam, sicher ein Grund für den Beginn des Experimentes dort und nicht hier.

 

Beispiel 1

Die Welt schreibt:

Zur Strafe kommt der Hund weg

 

 

China führt die totale Überwachung ein und will ab 2020 das Verhalten aller Bewohner Pekings mit Sozialpunkten bewerten. Das nimmt bisweilen absurde Züge an. In Jinan erhalten undisziplinierte Hundehalter Strafpunkte.

 

Chinas Regierung treibt die Überwachung ihrer Bevölkerung voran. Künftig soll die Kredit- und Vertrauenswürdigkeit aller Bewohner Pekings über individuell vergebene Sozialpunkte bewertet werden. Peking leitete jetzt den Countdown zur Einführung eines elektronischen Sozialkreditsystems ein. Bis Ende 2020 sollen alle rund 13,5 Millionen Pekinger chinesischer Herkunft erfasst sein. Das ist Teil des von der Stadtregierung beschlossenen „Aktionsplans 2018 bis 2020“.

Nach Angaben der offizielle Pekinger Webseite Qianlongwang listet der Plan 22 Aufgaben und 298 Maßnahmen zur Verbesserung des „Geschäftsklimas“ und einer optimierten Verwaltung auf. Lokalzeitungen wählten für ihre Schlagzeilen aber nur die Einführung der Kreditbewertungspunkte, von der die Pekinger nun erstmals erfuhren.

Demnach plant Peking, eine „vereinheitlichte, vernetzte, öffentliche Kreditinformationsplattform“ mit Datenbanken sowie Verhaltens- und Maßnahmenslisten zu errichten. Ende 2020 soll die Gesetzgebung dafür geschaffen sein. Bewertet würden alle Bürger der Stadt über „Belohnungs- und Strafpunkte“. Das Projekt könnte sich auf ihren „Zugang zu Marktaktivitäten“ wie die Gründung von Unternehmen, auf den Genuss öffentlicher Dienstleistungen, auf ihre Reisemöglichkeiten und ihre Berufswahl auswirken.

 

Regelmäßig veröffentlichte „schwarze Listen“ von Personen oder Unternehmen, die nicht kreditwürdig seien, sollen dafür sorgen, dass „wer einmal seine Kreditwürdigkeit verliert, überall mit Einschränkungen rechnen muss und keinen winzigen Schritt vorankommt.“ Betroffene verlieren beispielsweise die Möglichkeit, Flugreisen zu unternehmen.

Die Hauptstadt soll dabei nur das Pilotprojekt für eine vom Staatsrat landesweit geplante Überwachung der 1,4 Milliarden Einwohner Chinas sein. 2014 bereits hatte er den Fahrplan zur Errichtung des Sozialkreditsystems beschlossen. Ziel sei der „Aufbau einer harmonischen Gesellschaft“ sowie von Vertrauens- und Kreditwürdigkeit in Wirtschaft und Handel. Das Punktesystem soll zudem in juristischen, kulturellen und erzieherischen Bereichen für soziale Sicherheit sorgen.

Kritiker sprechen dagegen von einem intransparentem System zur totalitären Überwachung der Bevölkerung. US-Vizepräsident Mike Pence verdammte das Vorhaben jüngst öffentlich: „Bis 2020 planen Chinas Herrscher, ein Orwellsches System einzuführen, mit der Absicht, praktisch jede Facette des menschlichen Lebens kontrollieren zu wollen – über die sogenannten Sozialkreditpunkte.“

Flugzeugreisen sind verboten

Im Aktionsplan fehlen Erklärungen, nach welchen Kriterien die Menschen bewertet werden sollen und wer damit betraut wird. Peking hat neben lokalen Pilotprojekten in 43 Kleinstädten – etwa in Ostchinas Kreisstadt Rongcheng, wo das Kredit- und Sozialverhalten der Bewohner mit Plus- oder Minuspunkten benotet wird – auch bereits nationale Plattformen aufgebaut, zum Beispiel „Chinas Schufa“.

Sie steht unter Federführung des Obersten Volksgerichts und setzt alle verurteilen Schuldner (bisher mehr als zwölf Millionen Personen) auf schwarze Listen. Ihre Datenbank ist mit den Computernetzen der Grenzkontrolle, der Verkehrsgesellschaften und 50 weiteren Behörden verbunden. Betroffene Schuldner dürfen weder Hochgeschwindigkeitszüge benutzen noch in Flugzeugen reisen.

Auch lokale Behörden werden bestraft. Seit 2017 überwacht die ehemalige Staatsplanungsbehörde und heutige Kommission für Reformen und Entwicklung (NDRC) Lokalregierungen und Kommunen. Wegen betrügerischem Verhalten oder Kreditschwindel angeklagte Behörden und ihre Mitarbeiter werden vom NDRC auf schwarze Listen in seiner Datenbank „Kredit China“ gesetzt.

Sie ist mit 44 Netzwerken in Provinzen und Städten verbunden. Umgerechnet 415 Millionen Euro mussten lokale Stellen zurückzahlen, sagte NDRC-Sprecher Meng Wei Mitte November in Peking. „Kredit China“ sei ein „wesentlicher Bestandteil des Sozialkreditsystems“.

Teilweise nimmt die Überwachung auch absurde Züge an. So vergibt Shandongs Provinzhauptstadt Jinan Negativ-Punkte für undisziplinierte Hundehalter, meldete Chinas Fernsehen im Oktober. Wer sein Tier nicht an der Leine führt und dessen Hinterlassenschaften nicht beseitigt, erhält Abzüge von einem Zwölf-Punkte-Konto. Sobald das Konto auf Null ist, nehmen die Behörden den Hund weg. Der Besitzer erhält ihn erst wieder, wenn er die Bußgelder bezahlt und eine amtliche Prüfung als vertrauenswürdiger Hundehalter bestanden hat.

Quelle

 

Beispiel 2

Handelsblatt schreibt:

China verwehrt Bürgern mehr als 11 Millionen Flüge – wegen schlechten Benehmens

Der chinesische Staat hat die Reisefreiheit von Millionen seiner Bürger eingeschränkt. Vor allem Schuldner dürften betroffen sein.
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China schränkt Reisefreiheit ein und sperrt Flüge für Bürger Quelle: dpa

Passagier am Flughafen in Hongkong

Nicht jeder chinesische Bürger darf sich frei im Land bewegen.

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Düsseldorf

Die chinesische Regierung will zwischen guten und weniger guten Bürgern unterscheiden. Seit 2014 arbeiten die Behörden deshalb an einem Register, das Daten über die Chinesen sammelt – eine Art Schufa für das gesamte Leben.

Bis 2020 soll das Projekt in ganz China in Kraft treten. Doch schon jetzt umfasst das System über 1,2 Milliarden Einträge – zu Kreditwürdigkeit, Vorstrafen, aber auch zu kleineren Vergehen wie bei Rot über die Ampel laufen.

Wer sich nicht an die Regeln hält, wird bestraft – und zwar ziemlich drastisch. So sollen bis Ende April 11,14 Millionen Flüge und 4,25 Millionen Zugfahrten blockiert worden sein, meldet die staatlich kontrollierte chinesische Zeitung „Global Times“. Welche Vergehen im Einzelnen zur Sperrung von so vielen Flügen und Zugfahrten geführt haben, ist unterdessen nicht ganz klar.

Allerdings gilt als wahrscheinlich, dass vor allem Schuldner massiv in ihrer Reisefreiheit eingeschränkt wurden. Hou Yunchun, ein früherer Regierungsbeamter, sagte laut der Zeitung: „Menschen, die durch das System diskreditiert wurden, sollten Bankrott gehen.“ Er sprach sich außerdem generell für strenge Strafen aus: „Wenn wir die Strafen nicht erhöhen, werden wir die Leute nur dazu ermutigen, so weiterzumachen wie bisher.“ Das zerstöre jedoch die ganze Idee der sozialen Kontrollen.

Der chinesische Staat geht mit Härte gegen Schuldner vor. So veröffentlicht der Oberste Volksgerichtshof seit 2017 die Namen von Schuldnern und unter der Rubrik „unehrliche Leute“. Wer auf die schwarze Liste gerät, darf zum Beispiel nicht mehr mit einem Erste-Klasse-Ticket im Flugzeug reisen und seine Kinder auf eine teure Privatschule schicken.

Manche chinesische Provinzen greifen sogar auf die Telefondaten der Schuldner zu: Sobald jemand versucht, diesen anzurufen, hört er die Nachricht, dass die angerufene Person verschuldet sei.

In der chinesischen Provinz Sichuan gingen die Behörden noch einen Schritt weiter. In der Stadt Luzhou wurden Kurzfilme mit Namen und Fotos von Schuldnern veröffentlicht, welche ihre Vergehen beschreiben. Gezeigt wurden sie unter anderem in Bussen, auf öffentlichen LED-Tafeln sowie in lokalen Kinotheatern. Dabei wurden für die Filme explizit die Schuldner gewählt, die in der Nähe der Kinos wohnen – für die größere Schamwirkung.

Quelle

Beispiel 3

Deutschlandfunk schreibt:

China auf dem Weg in die IT-Diktatur

China möchte bis 2020 ein System aufbauen, das das Verhalten seiner Bürger bewertet. Es soll möglichst alles erfassen: Zahlungsmoral, Strafregister, Einkaufsgewohnheiten und soziales Verhalten. Chinas Kommunistische Partei möchte damit den moralisch einwandfreien und ehrlichen Bürger schaffen.

Von Axel Dorloff

Eine rote Tafel mit vielen Punkteständen und Bildern von Dorfbewohnern in Fulushan. (Axel Dorloff)

Auf einer Tafel im chinesischen Fulushan sind die Dorfbewohner mit dem besten Punktestand aufgeführt. (Axel Dorloff)

Rund, modern und gigantisch: Wie ein gestrandetes Raumschiff steht es da, das gläserne Bürgeramt der ostchinesischen Stadt Rongcheng. Zhang Jian ist an diesem Morgen gekommen, um seinen Sozialkredit-Punktestand zu erfragen. Der 42-Jährige füllt die Formulare aus und überreicht sie der Mitarbeiterin vom städtischen Amt für Sozialkredit-Management.

„Ich arbeite für eine öffentliche Behörde, für das Forstamt. Ich bin hier, weil ich eine Beurteilung für eine Beförderung brauche – und dafür wiederum muss ich meinen Sozialkredit-Kontostand einholen. Wenn der nicht gut genug ist, werde ich auch nicht befördert. Aber ich mache mir da keine Sorgen. Ich achte auf mein Benehmen und mein Handeln. Ich sollte keine großen Abzüge haben.“

Bereits im Jahr 2014 hat die chinesische Küstenstadt Rongcheng damit begonnen, ein Sozialkredit-System einzuführen. Die Idee dahinter ist radikal und einfach: Der Staat sammelt so viele Daten wie möglich, trägt sie zusammen und wertet sie aus. Jeder Bürger bekommt ein Punkte-Konto. Und auf dieser Grundlage kann der Staat dann bestrafen oder auch belohnen. Zhang Jian vom Forstamt weiß, worauf er im Alltag zu achten hat.

 

Der Forstamt-Mitarbeiter Zhang Jian trägt ein weißes Hemd und steht im Bürgeramt, in dem viele Frauen an Computern sitzen. (Axel Dorloff)

Zhang Jian holt seinen Punktestand auf dem Bürgeramt ein. (Axel Dorloff)

„Wenn ich bei Rot über die Ampel fahre, geht’s runter mit dem Kontostand. Das läuft alles hier auf. Die öffentlichen Ämter sind alle verbunden. Wenn man sich in der Öffentlichkeit daneben benimmt, zum Beispiel in eine Schlägerei verwickelt ist, kommt man sofort auf die schwarze Liste. Auch meine Arbeit im Forstamt fließt in das Sozialkredit-System ein. Wenn die Bürger mit unserem Service nicht zufrieden sind, können sie sich beschweren. Das hat dann Auswirkungen auf meinen Punktestand.“

Rote Ampel überquert: fünf Punkte Abzug

Die rund 670.000 Einwohner in Rongcheng müssen ihren Sozialkredit-Punktestand regelmäßig vorweisen: für eine mögliche Beförderung beim Arbeitgeber, für die Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei Chinas, für die Beantragung eines Kredits bei der Bank. Nichts geht mehr ohne gute Bewertung. An Lin ist Sachbearbeiterin im Amt für Sozialkredit-Management. Bevor sie Zhang vom Forstamt das Blatt mit seinem Kontostand aushändigt, erklärt sie das Punktesystem.

„Der Punktestand ist anfangs für alle gleich, nämlich genau 1.000. Diese Zahl erhöht sich dann mit der Zeit – oder wird niedriger. Die höchste Bewertung ist AAA. Dazu braucht man einen Stand von mindestens 1050 Punkten, also 50 mehr als die ursprünglichen 1.000. Dann geht es nach unten weiter mit AA und dann A und so weiter. Die schlechteste Bewertung ist D – da liegt man bei unter 599 Punkten.“

Die mit einer A-Bewertung stehen auf der roten, die anderen auf der schwarzen Liste. Die auf der roten Liste werden bevorzugt behandelt: bei Zulassungen für Schulen, bei sozialen Leistungen oder auch beim Abschluss von Versicherungen. Die aus der C-Gruppe werden regelmäßig kontrolliert und bekommen bestimmte Einschränkungen. Das kann z.B. die Kürzung von sozialen Hilfen sein. Wer in der untersten Klasse D auftaucht, qualifiziert sich nicht mehr für Führungspositionen, bekommt bestimmte Leistungen gestrichen und verliert seine Kreditwürdigkeit.

 

Strand von Rongcheng (Deutschlandradio / Axel Dorloff)

Rongcheng versucht sich vor allem im Strand-Tourismus – und ist für die Regierung eine erfolgreiche Testregion (Deutschlandradio / Axel Dorloff)

Alles Dinge, die dem 42-jährigen Zhang Jiang vorerst nicht drohen. Für ihn bleibt dieser Morgen ein guter Morgen. Sein Sozialkredit-Ergebnis: 1.015 Punkte,  eine Bewertung von A+. Er guckt auf seinen Zettel und strahlt.

„Hier, sehen Sie mal, dort habe ich ein paar Abzüge. Fünf insgesamt. Einmal, weil ich bei Rot über die Ampel gegangen bin. Aber hier: Meine Leistung bei der Arbeit, dafür habe ich gleich 20 Pluspunkte gesammelt! Hätte ich ein B bekommen, würde es nichts werden mit der Beförderung. Beamte im öffentlichen Dienst, wie ich, brauchen mindestens ein A.“

Grundpfeiler für die moralische Ordnung

Im Rongcheng sind es mehr als 50 Stellen der öffentlichen Verwaltung und andere Institutionen, die für das Sozialkredit-System Informationen über ihre Bürger senden. Familienstand, Strafregister, Verkehrsdelikte, Kredithistorie, Informationen der Finanzbehörden und der Sozialkassen. Oder auch Informationen aus Mobilfunk-Verträgen bei den staatlichen Telekommunikationsunternehmen. Der chinesische Software-Riese Kingdee hat eine Plattform entwickelt, über die die Daten gesammelt und ausgewertet werden. Die Datenmenge, die der Staat über seine Bürger zusammen trägt, ist riesig.

Einer der wichtigsten Strategen hinter Chinas Sozialkreditsystem ist Zhang Zheng. Er ist Wirtschafts-Professor an der renommierten Peking Universität. Der Campus der besten Hochschule im Land liegt im Nordwesten der chinesischen Hauptstadt. Er wirkt wie eine eigene, kleine Stadt: viel Park, viel Grün, hohe Bäume und herrschaftliche Gebäude.

Wirtschafts-Professor Zhang leitet die Forschungsstelle für Chinas Sozialkreditsystem. Er berät in diesem Projekt die chinesische Regierung. Seine Vision: ein umfassendes System der Bewertung, Bestrafung und Belohnung der Bürger – und auch der Unternehmen im Land. Für Zhang ist dieses System ein künftiger Grundpfeiler für die moralische Ordnung der chinesischen Gesellschaft.

„Es ist ein System für beide – für die Unternehmen und für die einzelnen Bürger. Nur ein Beispiel: Wenn ein junger Mensch heiraten möchte und die Eltern sich über den ausgesuchten Partner unklar sind, können sie dessen Punktestand im Sozialkredit-System erfragen. Es gibt Heirats-Vermittlungen, die das bereits nutzen. Welche Informationen über die Bürger gesammelt werden dürfen, das muss die Politik entscheiden. Ob es zum Beispiel erfasst werden soll, ob man regelmäßig mit seinem Hund spazieren geht oder seine Eltern besucht – dazu gibt es bislang keine Vorgaben. Es kommt auf die Bedürfnisse der jeweiligen Städte und Bezirke an.“

Rongcheng gilt als Vorzeigeprojekt

Die ersten Richtlinien der chinesischen Regierung für ein Sozialkreditsystem gibt es seit 2014. Darin steht: Bis zum Jahr 2020 soll im ganzen Land ein möglichst umfassendes, miteinander verzahntes System aufgebaut werden. Derzeit gibt es in China dutzende Pilotprojekte. Viele Lokal-Regierungen sind dabei, sich ein Sozialkredit-System aufzubauen. Rongcheng war eine der ersten Städte, die sich damit befasst haben. Die Stadt gilt als erfolgreiches Vorzeigeprojekt, sagt Experte Zhang.

„Die Stadt Rongcheng hat sehr viel ausprobiert. Vieles mit Erfolg. In Rongcheng lassen die Autofahrer den Fußgängern beim Zebra-Streifen den Vortritt, weil das mit Punkten belohnt wird. Auch wenn man es verkehrsrechtlich nicht müsste. In Rongcheng herrscht eine hervorragende Ordnung. Die Bewohner, das medizinische und wirtschaftliche Umfeld – alles sehr gut. Wir ziehen daraus den Schluss, dass das Sozialkreditsystem gut für die Atmosphäre in Wirtschaft und Gesellschaft ist.“

Auch wenn vieles noch im Aufbau ist – China hat mit der Sanktionierung der Bürger bereits begonnen. Der Oberste Gerichtshof führt seit 2013 eine sogenannte schwarze Liste von säumigen Schuldnern, Schwarzfahrern und anderen finanziellen Delinquenten. In Chinas Hochgeschwindigkeitszügen wird man bereits – auch auf Englisch – gewarnt: Wer kein gültiges Ticket hat, kommt auf die schwarze Liste.

Wer seinen Kredit nicht zurückzahlt oder ohne Fahrticket fährt, wer sich im Umgang mit Geld etwas zu Schulden kommen lässt, der darf in China in vielen Fällen bereits nicht mehr mit dem Schnellzug oder mit dem Flugzeug reisen. Allein im vergangenen Jahr wurde diese Strafe rund 6,7 Millionen Mal verhängt, so die offiziellen Angaben des Obersten Gerichtshofes. Ein junger Mann, der bereits bestraft wurde, will sich nicht mit uns treffen, redet aber am Telefon. Er ist 27 Jahre alt, Kameramann und kommt aus Peking.

„Ich werde bestraft, weil ich für jemanden Dritten eine Kredit-Bürgschaft ausgestellt habe. Der Kredit wurde nicht zurückgezahlt und ich wurde bestraft. Als ich ein Flugticket kaufen wollte, habe ich keins bekommen. Daraufhin habe ich herausgefunden, dass ich grundsätzlich keine Tickets mehr kaufen kann. Das war im November 2016. Ich kann weder Flugtickets noch Fahrscheine für den Schnellzug kaufen.“

Da in China jeder Ticketkauf für Flugzeug oder Bahn über die Ausweisnummer funktioniert, ist eine Identifizierung der Käufer problemlos möglich. Ticketverbote sind schnell umgesetzt – wurden aber bislang nur für den gesetzes- und regelwidrigen Umgang mit Geld ausgesprochen. Neu in Chinas Sozialkreditsystem ist nun, dass gesellschaftliches und moralisches Verhalten der Bürger in die Bewertung mit einfließt. Alle Informationen sollen perspektivisch ein großes Ganzes ergeben. Der gläserne Bürger, über den alles bekannt ist.

Digitale Entwicklung des Überwachungsstaates

Ein System, dass seine Bürger für moralisch konformes Verhalten im Sinne der Kommunistischen Partei Chinas belohnt – und alles andere bestraft, so ein System kennt auch Verlierer.

Zu diesen Verlierern zählt sich Murong Xuecun. Er hat keinen guten Stand bei Chinas Behörden. Als Blogger, Romanautor und Dissident kritisiert er immer wieder das chinesische System der Zensur und die Unterdrückung der abweichenden Meinungen in der Volksrepublik. Im offiziellen China gilt er als Störfaktor. Und wenn man Murong Xuecun auf einen Espresso in einem Café in Peking trifft und zu den Themen Überwachung und soziale Kontrolle befragt, verfinstert sich sein Gesichtsausdruck. Für ihn ist klar: mit dem Sozialkreditsystem rüstet sich der autoritäre Staat China fürs digitale Zeitalter.

„Die chinesische Regierung will seine 1,4 Milliarden Bürger künftig besser und effizienter kontrollieren. Die Führung in Peking hat verstanden, dass die alten Werkzeuge der Kontrolle nicht mehr greifen: Aufenthalts-Registrierung, Polizei, Personenspitzel. Das reicht nicht im digitalen Zeitalter der sozialen Medien. Um das System der sozialen Kontrolle entsprechend weiter zu entwickeln, schafft der Staat ein Sozialkreditsystem. Es ist Teil einer totalitären Internet-Gesellschaft des 21. Jahrhunderts.“

Studenten halten Poträts von Mao Zedong während einer Erinnerungsfeier zum 120. Geburtstag von Mao Zedong. (dpa picture alliance/ Chinafotopress)Schon unter Chinas Staatsgründer Mao Zedong kontrollierten Danweis die Bürger im Sinne der Regierung (dpa picture alliance/ Chinafotopress)

Und eine völlig neue Form der sozialen Kontrolle. Es ist die digitale Weiterentwicklung des Spitzel- und Überwachungsstaates. Historisch hat das in China Tradition. Schon unter Staatsgründer Mao Zedong gab es die so genannten Danweis, Arbeitereinheiten. Jeder in China war einer solchen Arbeitereinheit unterstellt. Und die Danweis haben die Bürger im Sinne der Regierung kontrolliert. Verfehlungen wurden dokumentiert und bestraft. Diese Form der sozialen Kontrolle wird nun in die digitale Zukunft gedacht. Und Menschen wie der Dissident und kritische Autor Murong Xuecun dürften es in solch einem Sozialkredit-System schwer haben.

„In China hat bereits jeder ein oder mehrere Profile bei staatlichen Behörden. Leute wie ich haben ein spezielles Sicherheitsprofil, weil wir als Gefährdung wahrgenommen werden. Aber im Zeitalter des Internets ist das Sozialkreditsystem ein ganz neuer Ansatz. Und der macht mir Angst. Wir haben keine Ahnung, was für Informationen da alles gesammelt werden.“

Klar ist aber: Wer in den sozialen Medien die Kommunistische Partei Chinas kritisiert oder regierungskritische Petitionen einreicht, bekommt im Sozialkredit-System Minuspunkte und muss mit Konsequenzen rechnen. Spuren im Netz werden gnadenlos verfolgt, der Staat kann einem nach Belieben schaden.

„Am meisten Angst macht mir, dass auch deine Kommentare im Internet Einfluss auf deinen Sozialkredit haben werden. Bei Leuten wie mir, denen man schon viele Konten in den sozialen Medien gesperrt hat, besteht doch kein Zweifel: wir gehören zu den großen Verlierern eines Sozialkreditsystems. Aber habe ich in China irgendwelche Möglichkeiten, was dagegen zu tun? Nein, ich habe keine Wahl.“

Möglichst bis 2020 will China alle Datenbanken des Landes zusammen führen. Und dann sollen auch die großen Konzerne zuliefern. Chinas Internetriesen wie Alibaba oder Tencent haben anhand ihrer Kundendaten bereits eigene Kreditbewertungssysteme eingeführt. Die umfassen auch das Kauf- und Zahlverhalten der Kunden. Li Yingyun, der  Entwicklungschef von Alibabas Kreditbewertungssystem, hat dem chinesischen Wirtschaftsmagazin Caixin vor einigen Monaten eines seiner seltenen Interviews gegeben – Zitat:

„Wer zehn Stunden am Tag Video-Spiele spielt, wird als träge Person eingestuft. Wer häufig Windeln kauft, ist aller Wahrscheinlichkeit nach ein Elternteil und hat ein bestimmtes Maß an Verantwortung.“

Fast jede Handlung, jedes Verhalten der Bürger im Netz hinterlässt Spuren. Für den Sozialkredit soll möglichst alles mit einfließen in das chinesische System von Belohnung und Bestrafung, Schuld und Sühne.

„Gesamte Atmosphäre hier ist besser geworden“

 

Zurück in der Küstenstadt Rongcheng. Vor 20 Jahren haben hier fast nur Kleinbauern gelebt, heute versucht sich die Stadt vor allem im Strand-Tourismus. Mit rund 670.000 Einwohnern gilt Rongcheng in China als Kleinstadt. Aber für das chinesische Sozialkredit-System ist es die wichtigste und – im Sinne der chinesischen Regierung – erfolgreichste Testregion.

In einem Vorort von Rongcheng treffen wir die 37-jährige Sui Yuxiang in einem Restaurant. Es gibt Muscheln, gegrillten Aal und Fleischspieße. Sui Yuxiang ist in dem kleinen Stadtteil Fulushan zuständig für das Sozialkredit-System. Für sie bestehen keine Zweifel: Die Moral der Menschen hat sich durch die soziale Kontrolle und Bewertung verbessert.

„Zu meinem Bereich gehören 260 Familien, wir haben insgesamt 560 Einwohner. Einmal im Monat gibt es einen neuen Sozialkredit- Punktestand, zum 25. jeden Monats. Dann sehen wir, wer welche Bewertung bekommt. Wer anderen hilft oder sich engagiert, bekommt Zusatzpunkte, fünf oder zehn. Und je mehr Punkte jemand hat, als desto ehrlicher gilt die Person. Die gesamte Atmosphäre hier ist besser geworden. Die Menschen sind aktiver und engagierter, die Qualität des Zusammenlebens hat sich verbessert.“

An einer Hauswand im Dorf Fulushan hängt eine große Tafel. Dort sind Fotos der Menschen mit Vorbildcharakter abgebildet. Diejenigen Bewohner mit einem besonders guten Sozialkredit-Punktestand. Sui Yuxiang zeigt stolz auf die fast drei Meter breite Tafel. „Wir unterteilen hier nach vier Tugenden: gutes Benehmen, die eigenen Eltern unterstützen, anderen Menschen helfen, sich gegen kriminelles Verhalten engagieren. Die Anzahl der Sterne zeigt, wie gut die Leute eingestuft sind. Auf dieser Tafel sind nur Bewohner aus unserem Dorf.“

Chen Shengzhang vor seinen roten Plaketten (Deutschlandradio / Axel Dorloff)Gilt als moralisch einwandfrei und als Vorbild für das ganze Dorf: Chen Shengzhang (Deutschlandradio / Axel Dorloff)

Als besonders integer und moralisch einwandfrei gilt danach Chen Shengzhang. Er lebt mit seiner Frau im Dorf Fulushan in einem einfachen Hofhaus, die beiden Kinder sind schon lange ausgezogen. Er hat die kleinen, roten Plaketten, die er als Belohnung für seinen guten Sozialkredit-Punktestand bekommen hat, über seinem Eingangstor aufgehängt. Er ist stolz darauf, als Vorbild fürs ganze Dorf zu gelten.

„Wir haben das Sozialkredit-System in unserem Dorf nun schon seit einigen Jahren. Was immer wir auch tun, wir denken dabei an unsere Kreditpunkte. Wir unterstützen das Dorf, wo es geht. Wir machen sehr oft sauber und fegen die öffentlichen Flächen. Müll oder auch nur Gras vor die eigene Tür zu legen – das ist nicht erlaubt. Wenn einer diese Regeln nicht befolgt, gilt er als unehrlich. Wenn der Dorfvorsteher nach etwas verlangt, folgen wir. Wer alles sauber und in Ordnung hält, gilt als Vorbild.

Die politische Führung in Peking will mit dem Sozialkreditsystem die Menschen zu moralisch einwandfreien Bürgern zu erziehen. Es soll dazu dienen, die Ordnung des Marktes und die Ordnung in der Gesellschaft zu verbessern. Im Sinne des Leitbildes von Chinas Staatspräsident Xi Jinping: der „harmonischen Gesellschaft“. Kritiker Murong Xuecun hält das für absurd.

„China redet dauernd über die harmonische Gesellschaft. Aber die Harmonie, die Präsident Xi Jinping meint, unterscheidet sich von der Harmonie, wie sie Leute wie ich verstehen. Unter Harmonie versteht Präsident Xi eine strenge Ordnung, in der nur eine Stimme zugelassen ist und keine Opposition. Aber eine Gesellschaft, die so strikt von der Regierung kontrolliert wird, kann weder innovativ noch kreativ sein.“

Es gibt Zweifel, ob es China wirklich gelingt, bis 2020 alle Informationen über die Bürger in einer Datenbank zusammenzuführen. Aber das Sozialkredit-Projekt der chinesischen Führung ist bislang in Größe und Ausmaß weltweit konkurrenzlos. Kein anderes Land treibt es so radikal voran, seine Bürger im digitalen Zeitalter sozial zu kontrollieren. Und dann zu bewerten, zu belohnen und zu bestrafen.

Quelle

4 Gedanken zu “China – Experiment der NWO

  1. Hat dies auf Juergens vv-bloq rebloggt und kommentierte:
    Das sind die ersten Anfänge, auf die sich die BR in D – Bevölkerung auch einstellen muss und wie ich diese Bewohner kenne, werden sie stolz auf sich sein, wenn sie den Anderen um Einiges voraus sind. Das ist genau die NWO (für Analphabeten Neue Welt Ordnung oder New World Order), die die hiesigen Bürger herbeisehnen ansonsten kann man sich das allgemeine Verhalten nicht erklären.

    Liebe Mitmenschen (speziell die, die noch über ein Hirn verfügen) nehmt Eure Eltern, Kinder, Enkel usw. an die Hand und meldet Euch bei der Verfassunggebende(n) Versammlung an, um dem ganzen Lug und Betrug zu entgehen.
    Wir sind immer und zu jeder Zeit für Euch hier.

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