Braunsbach – Helfen unerwünscht

Die Bilder der Flutkatastrophe von Braunsbach sind noch nicht vergessen. Man muß natürlich noch einmal darüber nachdenken, was zu der Katastrophe führte und ob eine solche in Zukunft, wenn nicht verhindert, dann aber wenigstens begrenzt werden kann. Über Ursachen nicht natürlichen Ursprungs will ich jedoch an dieser Stelle nicht spekulieren.

Bild: n-tv.de

Jede solche Katastrophe hat bei allem Leid, welches es über Menschen, menschliche Gemeinschaften bringt, auch immer ein sichtbares Zeichen, daß doch nicht alles verloren ist. Die Menschen helfen sich plötzlich wieder gegenseitig und die Solidarität unter den Menschen ist plötzlich wie aus dem Nichts wieder da. Was aber in Braunsbach passierte, ist einfach nur unglaublich. Da machen sich Menschen auf den Weg, um den Betroffenen zu helfen und was dann passierte, ist kaum zu fassen.

Wir sind gestern (Samstag) mit 23 Mann/Frau, Schaufeln, Besen, Eimern, Getränken und Proviant morgens nach Braunsbach gefahren. Bereits kurz vor dem Ortseingang von Hall her 2 Polizisten: „Wir benötigen Sie nicht. Drehen sie um und fahren Sie wieder heim.“ Daraufhin mein Einwand: „Wir haben übers Bürgertelefon mit der Gemeinde Braunsbach Kontakt aufgenommen. Uns wurde gesagt, wir seien herzlich willkommen, jede helfende Hand werde benötigt.“ Der Polizist mit süffisantem Grinsen: „Dann fahren Sie halt durch. Sie kommen bestimmt gleich wieder zurück – es gibt ja nicht mal Sand für die Sandsäcke!“
Den Gefallen, gleich wieder umzukehren, haben wir ihm natürlich nicht getan. Überrascht waren wir aber schon, dass hier Hilfsbereitschaft und Eigeninitiative aus der Bevölkerung heraus im Keim erstickt werden soll. Um dann nachher wieder zu behaupten, die Deutschen seien ja solche Egoisten und man würde keine 5 Leute unter einen Hut bekommen.
Doch es sollte noch besser kommen: Am Ortseingang an der Kontrollstelle der Feuerwehr wurde uns gesagt, es werde niemand benötigt, wir sollten wieder nach Hause gehen. Sie würden niemanden durchlassen, Anweisung von oben und das übliche Blabla. In dieser Zeit kamen bereits 2 aufgebrachte Braunsbacher Bürger an die Kontrollstelle und forderten die Feuerwehr auf, sie sollten die Helfer endlich durchlassen, diese würden im Ort dringend benötigt.

Mit einem Bekannten machte ich mich über einen Umweg (über die Raingasse) auf Richtung Schloss und Rathaus. Die ersten Braunsbacher, die wir ansprachen, nannten sofort eine Familie, die es zusätzlich durch einen Todesfall sowie eine Krankenhauseinweisung schwer getroffen hat und die dringen Hilfe benötigt. Eine Braunsbacherin forderte Feuerwehrmänner ebenfalls auf, uns 23 (und auch andere) Helfer sofort in den Ort zu lassen, da sie dringend benötigt würden. Der Feuerwehrmann redete sich mit allem möglichen heraus und meinte dann auch noch, man wolle nicht so viele „Gaffer“ im Ort haben. Danke schön!
Die Braunsbacherin gab sich damit nicht zufrieden (wir auch nicht) und stellte darauf hin den Bürgermeister zur Rede. Anschließend hieß es von Seiten der Feuerwehr, man werde das jetzt prüfen und nachschauen, welche Häuser noch Hilfe benötigen würden – 5 Tage nach der Katastrophe fing man damit also an!
Also warteten wir weiter, inzwischen waren knapp 2 Stunden kostbarer Zeit verstrichen, in der wir hätten helfen können. Es gab auch niemanden, der koordinierte und zum Beispiel hätte sagen können, dass diese Gruppe in den Ort XY fahren solle und eine andere Gruppe in den Ort YZ. Chaos pur nach wie vor! Wozu zahlen wir eigentlich jährlich Milliarden von Euro-Steuergeldern für den Katastrophenschutz, wenn dann doch nichts funktioniert? Und das Landratsamt Hall dann auch noch „vergisst“, Katastrophenalarm auszulösen (so wie das in Niederbayern nach der Flut sofort selbstverständlich getan wurde) und die Braunsbacher jetzt auf den Kosten sitzen bleiben?

Nach weiterem Warten haben wir uns dann entschlossen, in das ebenfalls schwer getroffene Steinkirchen zu fahren. Der Umweg über Untermünkheim, Kupferzell und Döttingen kostete weitere wertvolle Zeit. In Steinkirchen aber waren wir herzlich willkommen, sofort wurde uns Arbeit zugewiesen – und wir hatten noch nicht richtig begonnen, schon wurden wir zum Essen eingeladen (was wir später im Dorfgemeinschaftshaus auch taten – vielen Dank dafür!). Zum „Gaffen“ hatten wir übrigens weder Zeit noch Kraft, aber für einige interessante Gespräche mit den Steinkirchenern reichte es trotzdem. Die Art des Kretschmann-Besuches war wohl nicht gut angekommen (inkl. des Personenkult-mäßigen Fotos im HT „Der große Steuermann und seine engsten Gefährten an vorderster Front im Kampf gegen die Flut, mit siegessicherem Blick etc. etc.“).

Warum nur haben die „Verantwortlichen“ so eine Angst vor der Solidarität und Selbstorganisation der Volksmassen, dass sogar in solchen Situationen die ehrenamtliche Hilfe blockiert wird? Hat man eventuell Angst, dass die Bevölkerung doch noch erkennt, dass es die Massen sind, die etwas bewegen, und nicht der Ministerpräsident (gleich welcher Partei)?

Quelle: https://www.facebook.com/groups/Flutwasserhilfe2016/?fref=ts

Jetzt laßt euch das einmal auf der Zunge zergehen. Hilfe ist in Braunsbach unerwünscht, aber der Ministerpräsidentendarsteller Kretschmann darf dort dumm grinsend durch die Gegend schlappen und verweigert den Betroffenen die Hilfe, die sie jetzt nötig haben. Wo ist denn der 4 Milliarden € Fluthilfefond des Bundes plötzlich hin? Sind diese Milliarden etwa anderweitig, zum Beispiel an die Lieblingsklientel der Grünen verteilt, oder an der Börse verzockt worden? Leute, das ist oder war euer sauer erarbeitetes Steuersklavengeld und das war für Notfälle wie diesen gedacht!

Die Krönung ist aber, daß man selbst Hilfe der Menschen untereinander nicht zulassen will und das passiert genau aus dem Grund, weil man sehen könnte, dass gemeinsam mit einer großen Menge Menschen alles erreicht werden kann und genau das gilt es in Braunsbach in bzw. nach der Katastrophe, wie auch im großen Deutschland zu verhindern.

 

Gemeinsam ist alles möglich und deshalb: http://www.bundesstaat-deutschland.de/

ddbnews A.

5 Gedanken zu “Braunsbach – Helfen unerwünscht

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  2. Jürgen Schelper

    Das ist für mich unbegreiflich Herr Bürgermeister. Sehr gern hätte ich eine Stellungnahme von Ihnen gehört.

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