Wort zum Sonntag, Der Spiegel – divide et impera

Eigentlich wollte ich mich zu dem Unsinn des Spiegels nicht äußern, aber die Frage, ob die Wiedervereinigung ein Fehler war, kann man nicht unkommentiert im Raum stehen lassen.

Ich habe Helmut Kohl immer für einen großen Kanzler gehalten. Wie er die beiden Teile Deutschlands gegen alle Widerstände in die Einheit führte, ist eine politische Leistung, von der noch Generationen von Historikern reden werden. Ich bin gerne in den neuen Bundesländern, einige meiner besten Freunde kommen von dort. Aber seit ein paar Wochen frage ich mich, ob die Wiedervereinigung nicht doch ein Riesenfehler war. Es tut mir leid, dass ich das so sagen muss.

Es war keine große Leistung von Kohl, die durch die Menschen in der DDR  geschaffenen Fakten zu nutzen und den Weg in die Einheit zu gehen und Kohl hat die Einheit nicht herbeigeführt, sie wurde durch die üblichen Verdächtigen zugelassen. Ohne die Zustimmung der Strippenzieher und ohne das Scheitern des Sozialismusexperiments, die andere Seite der gleichen Medaille, hätte es den Mauerfall nicht gegeben. Millionen Ostdeutsche wurden durch Kohl verraten. Von Wiedervereinigung kann also, unabhängig von der juristischen Unmöglichkeit, keine Rede sein. Das wird so in den Geschichtsbüchern stehen und Kohl wird als Verräter am eigenen Volk gelten.

Überall kann man jetzt lesen, die politische Mitte radikalisiere sich. Einige erinnert die Situation bereits an Weimar, wo sich ganze Bevölkerungsteile von der Demokratie abwandten.

Wäre da nicht die Frage zu stellen, warum sich die Menschen und nicht nur im Osten von der Demokratie abwenden? Von welcher Demokratie spricht der Schreiberling überhaupt? Wenn über die Köpfe der Menschen hinweg Entscheidungen getroffen werden, wie z.B. bei der €-Einführung, kann man dann tatsächlich von Demokratie reden? Nein, dann wäre doch der Begriff Parteiendiktatur treffender. Weiter gibt es keine ernstzunehmende Oppositionspartei, kein Mitspracherecht für das Volk (fehlende Volksabstimmungen). Alle 4 Jahre ein Kreuzchen an irgend einer Stelle zu machen, seine Stimme in eine Urne zu geben, hat mit Demokratie nichts zu tun. Für die Machthaber geht es einzig und allein darum, an die prall gefüllten Freßtröge zu kommen und vom Volk dabei nicht gestört zu werden. Volkes Wille ist denen völlig egal, wobei ich mir nicht anmaße zu wissen, was wirklich Volkes Wille ist.

Wir haben keinen neuen Rechtspopulismus in Deutschland – wir haben einen spezifischen Rechtspopulismus in Ostdeutschland.

Untersuchen wir doch einmal was Rechtspopulismus denn überhaupt sein soll. Der Duden sagt dazu „Populismus, der rechtsextreme Positionen vertritt“ und zu Populismus „(Politik) von Opportunismus geprägte, volksnahe, oft demagogische Politik, die das Ziel hat, durch Dramatisierung der politischen Lage die Gunst der Massen (im Hinblick auf Wahlen) zu gewinnen“ und rechtsextremistisch erklärt der Duden so: „extremistisch im Sinne einer politischen Richtung bzw. Ideologie der äußersten Rechten“. Dem Leser soll somit suggeriert werden, daß größere Teile der Menschen der ehemaligen DDR dem äußersten rechten Rand angehören oder mit diesem sympathisieren. Es tut mir leid für den Speichel-Autor, aber das ist Quatsch mit Soße. Die im Bundestag vertretenen Parteien haben sich alle weit nach Links bewegt, wobei zu klären wäre was rechts oder links wirklich darstellen soll, daß alles was rechts der einstigen PDS-Positionen ist, als rechts diffamiert wird. So weit links wie man heute steht, wäre vor 50 Jahren selbst eine SPD als rechte Partei durchgegangen und der Spiegel hätte als Völkischer Beobachter gelten müssen. Ich bezweifle, daß man dieses sich selbst überflüssig machende  Magazin in diese Ecke stellen kann und genauso ist anzuzweifeln, daß der Schreiberling des Spiegel mit seiner Äußerung richtig liegt.

Wenn eine der größten Errungenschaften des Westens das „angstfreie Andersseindürfen für alle“ ist, wie es der Philosoph Odo Marquard genannt hat, dann hat der Osten auch 26 Jahre nach Mauerfall nicht wirklich aufgeschlossen. Wer für das Recht auf Individualismus und gegen die Kuhstallwärme der Volksgemeinschaft eintritt, hat dort bis heute einen schweren Stand.

Auch das sieht der Schreiberling mit einer rosaroten Brille. Was soll denn angstfreies Anderssein sein? Wenn man den Mund aufmacht und dann z.B. entlassen oder gar mit einem Berufsverbot belegt wird? Wie bereits festgestellt, eine echte Demokratie muß mit anderen Meinungen umgehen und aus der Vielfalt der Meinungen einen Weg finden, mit der möglichst viele zurecht kommen. Alle kann man leider niemals zufrieden stellen. Natürlich ist es gut das menschliche Nähe, Zusammenhalt, Traditionen noch vorhanden sind. Das findet man auch noch jenseits der Ballungsräume im Westen und das ist gut so. Welchen Sinn soll es machen  einen bunten Einheitsbrei zu kreieren und dafür die eigenen Identität, die Vielfalt der eigenen Bevölkerung auszulöschen? Individualismus muß da aufhören, wo man in Rechte anderer eingreift, man andere bevormundet oder zu Handlungen zwingen will, die man selbst niemals zulassen würde.

Was ist von einem Landesteil zu halten, in dem jeder dritte Wähler Parteien gut findet, die ein Problem mit Unterschieden haben? Um die 20 Prozent der Leute dort votieren für die Linkspartei, die eine Nivellierung sozialer Andersartigkeit verspricht. Weitere 16 Prozent sind den Umfragen zufolge für die AfD, die gegen zu viel Fremdheit im Straßenbild antritt. Die Linkspartei möchte uns glauben machen, dass zwischen der AfD und ihr Welten lägen, aber das muss man nicht weiter ernst nehmen.

Auch dieser Aussage ist zu widersprechen. Es ist nicht jeder 3. Wähler der ein Problem mit Unterschieden hat, sondern wenn man es genau betrachtet jeder Wähler. Jede Partei gibt eine Linie vor und jede Partei macht Abweichler mundtot, schließt sie aus, stellt sie in die rechte Ecke oder auf die stille Treppe. Fremdheit ist nicht das Problem. Warum funktioniert das Zusammenleben mit christlichen Europäern und warum gibt es mit einigen, bei weitem nicht allen Angehörigen der Friedensreligion Probleme? Ja viele von diesen Menschen, die bereits seit Jahrzehnten hier leben, haben selbst ein Problem mit radikalen Elementen mit der gleichen Religionszugehörigkeit. Die viel gepriesene Toleranz ist keine Einbahnstraße  und darf auch keine Einbahnstraße sein. Das unterschlägt der nette Herr vom Spiegel. Wer gegen geltende Regeln im Gastland verstößt, muß ein klares Stoppsignal erhalten und genau das passiert nicht. Stattdessen werden Unglaublichkeiten totgeschwiegen, damit nicht auch noch der im Sinne des Spiegels „normale“ Bevölkerungsanteil rebelliert.

Ich war neulich in Dresden bei einer Diskussion über Patriotismus und Zuwanderung. Neben mir auf dem Podium saß Werner Patzelt, Politikprofessor an der TU Dresden und inzwischen so etwas wie Deutschlands führender Pegida-Versteher. Was mich erstaunte und dann wirklich auf die Palme brachte, war der süffisant-gehässige Ton, mit dem die Probleme der Flüchtlingskrise beschrieben wurden. So als könne man es gar nicht abwarten, bis die Kanzlerin scheitert und sich alle düsteren Prophezeiungen erfüllen.

Werter Spiegelschreiberling, es ist kein Ding der Unmöglichkeit zu erkennen, daß die Kanzlerin bereits gescheitert ist. Aber nicht nur die Kanzlerin hat sich als Fehlbesetzung erwiesen. Die Krise, die auch noch selbst gemacht ist, hat die Unfähigkeit der Bundesgeschäftsführung belegt. Wer in die Welt posaunt, „es gibt kein Obergrenze für Flüchtlinge“, der lädt die ganze Welt ein und muß sich nicht wundern wenn die Menschen nicht gerade vor Begeisterung zerspringen. Und dann wäre noch das nächste Problem, denn die menschenwürdige Unterbringung der Flüchtlinge, ob diese Flüchtlinge nun echt oder nicht echt sind interessiert erst einmal nicht, ist immer noch nicht gewährleistet. Hier wäre es an Politik und Gefolgschaft, an den Medien und an denen die als Willkommenskommando an Bahnhöfen und sonstwo erschienen und erscheinen, zusammenzurücken und mit gutem Beispiel voranzugehen. Aber soweit geht dann deren Liebe und Verständnis zu den eingereisten Menschen  doch nicht. Heuchelei auf der ganzen Linie.

Die gesamte BRD-Politik quer durch alle Parteien und mit Getöse folgt der gesamte Propagandaapparat, egal ob zwangsfinanziert oder durch zahlende Leser, Auftraggeber und Werbung finanziert ist gescheitert und muß weg und wird verschwinden. Arbeiten wir alle daran, dass es schneller und friedlich geht. Auf Bürgerkrieg hat sicher niemand Lust. Hier gehts zur Anmeldung.

 

Ein Gedanke zu “Wort zum Sonntag, Der Spiegel – divide et impera

  1. harald von München

    Hallo, ich grüße euch heute am Sonntag

    Der Spiegel, für manchen das Infoblatt No. 1

    Wer bisher bezweifelt hat, dass der SPIEGEL nichts anderes als die Bild-Zeitung für „Intellektuelle“, genauer für solche, die es sein wollen, ist, bekommt hier den Beweis. Mit Bildern von Opfern (politische) Stimmungsmache, ja Hetze zu betreiben, das sind eben die Methoden des Boulevards.
    Das ist ja auch nicht erstaunlich, wenn man den stellvertretenden Chefredakteur der Bild-Zeitung, Niklolaus Blome, als Mitglied der Chefredaktion und als Leiter des Hauptstadtbüros zum Spiegel holt.

    Z.B.: Bild schrieb am Samstag den 19. Juli 2014: IST PUTIN SCHULD AN DEN TOTEN ??
    (Gemeint war der Abschuß der MH 17 über der Ukraine)

    Jeder Mensch weiß inzwischen, das es ein Irrtum war, dieser ominöse Abschuß durch eine Boden-Luft Rakete.
    –Es sollte eigentlich eine andere Maschine getroffen werden. Also die Sache war folgender Weise….
    -Putin wollte mit einer ähnlichen Maschine einen Staatsbesuch machen, wohin, spielt im Moment keine Rolle.
    -Diejenigen, die die Abflugzeit wußten, um ihn dann per Rakete –runterzuholen– , warteten schon in Position in der Ukraine.
    -Nur wußten sie nichts davon, das die Maschine, mit der Staatschef Putin fliegen wollte, ca. eine halbe Stunde Verspätung hatte.
    ——Dies rettete ihm das Leben——
    Die Mörder holten planmäßig Putins Maschine runter, in der er aber nicht saß! da sie die MH 17 erwischten, in der Putin, so glaubten sie, sitzen müßte.

    Nun wird klar, das der sogenannte Westen, wer immer den auch darstellt, eine Verdunkelungs- und Vertuschungstaktik verbreitete, die wir ja alle kennen. Und die Bil-dung–szeitung sowie der Spiegel verbreiteten dies auch.
    ——
    Der Spiegel vom 28.07.2014 Titelblatt: STOPPT PUTIN JETZT
    Wir wissen alle, wer die Achse des Bösen in Wirklichkeit ist…. Aber der Spiegel verbreitet, wie auch das BIL-Dung- (s) Blatt, am 21.07.2014, das Putin dies sei!
    ——
    Wir sollten diese BIL- Dung (s) Blätter nur im Notfall benutzen, falls mal in der Toilette kein Papier vorhanden sei…….

    Dankeschön fürs lesen und schönen Sonntag noch

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